Mein zweiter Vorname heißt auf Englisch “John” und meine Freundin heißt Yuko. Da fehlt nicht viel zu John&Yoko, oder? Dachten wir auch, als wir heute durch das -Tokioter John-Lennon-Museum schlenderten. Lennons Japanischkenntnisse, zeigte die Ausstellung, waren übrigens genauso rudimentär wie meine. Das ist schön, man ist schließlich gern auf einer Augenhöhe mit dem Mann, der “Imagine” geschrieben hat. Zugegebenermaßen könnte man aber argumentieren, dass künstlerisch Welten zwischen uns liegen.
Im Museum war heute wenig los. “Könntet ihr beide mal interessiert die Gitarre dort betrachten und ne Zeitlang stehen bleiben?” fragte uns deshalb ein netter Herr, der sich als BBC-Fotograf entpuppte. Und in einem Nebensatz erwähnte er, Yoko Ono halte sich derzeit gerade in Tokio auf. Sprach’s und zeigte uns auf seinem Kamera-Display ein paar Portraitaufnahmen. “Die habe ich vorhin gemacht”, sagte er. Huch, dachten wir. Ob die wohl auch mal im Museum vorbeischaut?
Ein paar Schritte weiter stand dann ein weißes Telefon in einer Museumsecke. “Telephon Peace” stand auf einem Schild darüber, und darunter: “Von Zeit zu Zeit ruft Yoko Ono auf dieser Nummer an und unterhält sich dann mit dem Museumsbesucher, der den Hörer abhebt.” Ich war sofort wie elektrisiert. Wenn die große Dame ohnehin in Japan ist, ruft sie sicher gleich an, dachte ich. Kostet schließlich weniger Gebühren als ein Anruf aus New York. Wobei, nüchtern betrachtet könnte es auch sein dass Geld für eine Beatle-Witwe so entscheidend gar nicht ist.
Ich beschloss trotzdem, den Hörer im Auge zu behalten und ging im Geiste schon mal durch, was ich Yoko Ono gerne alles sagen würde. Dass man sie als Künstlerin immer unterschätzt vielleicht, und dass sie sich doch bitte mal adayontheplanet.com anschauen soll. “Das ist so ähnlich wie eure Friedenskampagne damals”, wollte ich sagen, und: “John hätte sicherlich auch mitgemacht.” Eine halbe Stunde lang lungerte ich vor dem Telefon herum und versuchte so zu tun als würde ich gerade diese eine Handschrift in der Vitrine nebenan ganz besonders spannend finden.
Das Telefon blieb leider stumm.


















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